Restricted Substance Controls (RSC)
8 Minuten


Structured Assessment Logic (SAL) – Your Roadmap for Compliance
Spartenübergreifende Grundlagen
Mapping der Restricted Substance Controls (RSC)
Zur transparenten und strukturierten Umsetzung von Stoffbeschränkungen kann der Bewertungsprozess anhand einer Structured Assessment Logic (SAL) dargestellt werden, basierend auf den Grundsätzen der IEC TR 62476.
Die Kontrolle der Einhaltung von Stoffbeschränkungen folgt einem risikoorientierten und nachweisgestützten Ansatz, der insbesondere berücksichtigt:
die Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins beschränkter Stoffe sowie
die Vertrauenswürdigkeit des Lieferanten.
Die Konformität wird durch die systematische Bewertung von Materialien, Bauteilen, Baugruppen und Prozessen festgestellt, gestützt durch geeignete Dokumentation und – soweit erforderlich – analytische Prüfungen.
Die SAL beinhaltet die folgenden Schritte:
Produktplanung und -entwicklung – Werden Stoffbeschränkungen in der Produktplanung und -entwicklung identifiziert und berücksichtigt?
Dies umfasst:
die Identifikation anwendbarer Stoffbeschränkungen (regulatorisch, vertraglich, kundenspezifisch),
die Berücksichtigung konstruktiver Aspekte mit Einfluss auf den Stoffgehalt,
die Festlegung geeigneter Spezifikationen für die Beschaffung,
die Überprüfung von Prozessanforderungen (z. B. Trennung von bleihaltigen und bleifreien Prozessen).
Beschaffung – risikobasierte Lieferantenbewertung – Werden Art und Umfang der erforderlichen technischen Dokumentation auf Grundlage der Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins beschränkter Stoffe und der Vertrauenswürdigkeit des Lieferanten festgelegt?
Dies umfasst:
Schritt 2.1 – Bewertung der Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins beschränkter Stoffe sowie der Fähigkeit des Lieferanten zur Einhaltung der Anforderungen - Wurden die Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins beschränkter Stoffe sowie die Fähigkeit des Lieferanten zur Einhaltung der Anforderungen bewertet?
Relevante Kriterien sind u. a.:
Materialart und historisches Risiko,
verfügbare Daten zur Materialzusammensetzung,
internes Wissen und Screening-Ergebnisse,
Lieferanteninformationen (z. B. Sicherheitsdatenblätter),
Erfahrung mit dem Lieferanten und Branchenkontext,
Umsetzung von Restricted Substance Controls (RSC) durch den Lieferanten.
Die Vertrauenswürdigkeit des Lieferanten ist insbesondere zu bewerten im Hinblick auf:
Kenntnisse der regulatorischen Anforderungen,
Implementierung geeigneter RSC-Prozesse,
Einsatz analytischer Prüfungen für risikobehaftete Teile.
Schritt 2.2 – Festlegung der erforderlichen Dokumentation - Sind Art und Umfang der Lieferantendokumentation dem identifizierten Risiko angemessen?
Mögliche Dokumentationsarten sind:
Lieferantenerklärungen / vertragliche Vereinbarungen→ begrenzte Beweiskraft; geeignet bei geringem Risiko / hoher Vertrauenswürdigkeit
Quantitative Materialdeklarationen(z. B. gemäß IEC 62474)
Analytische Prüfergebnisse(z. B. gemäß IEC 62321)
Step 2.3 – Eskalation (falls erforderlich) - Werden zusätzliche Maßnahmen ergriffen, wenn ein erhöhtes Risiko oder Unsicherheiten bestehen?
Dies umfasst:
zusätzliche Lieferanteninformationen,
unabhängige analytische Prüfungen,
alternative Bewertungsmethoden.
Fertigungskontrolle – Werden die Fertigungsprozesse so gesteuert, dass die Einhaltung der Stoffbeschränkungen sichergestellt ist?
Dies umfasst insbesondere:
Sicherstellung, dass eingehende Materialien und Bauteile die Anforderungen erfüllen,
Kontrolle von Produktions- und Lagerprozessen,
Vermeidung von Kontaminationen (z. B. durch Prozess- und Handhabungskontrollen),
angemessene Schulung des Personals..
Produktbewertung – Wurde das Produkt auf Basis vollständiger und belastbarer Informationen bewertet?
Zu prüfen ist:
Liegen ausreichende Informationen für alle Materialien, Bauteile und Baugruppen vor?
Erfüllen alle Komponenten die Stoffbeschränkungen?
Falls nicht:
sind zusätzliche Daten zu beschaffen und
die Bewertung ist zu wiederholen.
Eine Neubewertung ist erforderlich, wenn:
sich Anforderungen ändern,
Lieferanten oder Materialien wechseln oder
Herstellungsprozesse angepasst werden.
Dokumentation – Sind die Verfahren und Ergebnisse strukturiert und nachvollziehbar dokumentiert?
Die Dokumentation muss zeigen:
wie die Einhaltung der Stoffbeschränkungen sichergestellt wird,
wie risikobasierte Entscheidungen getroffen wurden und
welche Nachweise die Bewertung stützen.
Hinweis: SAL ist kein Selbstzweck. Sie stellt eine wiederholbare und risikoorientierte Methodik dar, die die Kontrolle der Einhaltung von Stoffbeschränkungen in eine strukturierte Bewertungslogik überführt.
Im Kontext von Stoffbeschränkungen stellt SAL sicher, dass Konformität nicht vermutet, sondern auf Basis von Risikobewertung, Lieferantenbewertung und geeigneten Nachweisen nachgewiesen wird.
Dieses Diagramm zeigt den Ablauf der SAL in visueller Form:
Produktplanung und -entwicklung
↓
Beschaffung – risikobasierte Bewertung
↓
Lieferantendokumentation und -verifizierung
↓
Fertigungskontrolle
↓
Produktbewertung
↓
Dokumentation
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© 2026 von Dr. Matthias K Bauer



